Die Zerstörung des vertrauten Bildes
Die 2025 entstandene Werkserie ULTRAS von GOTT&GILZ umfasst großformatige analoge Collagen, die aus einer mehrmonatigen fotografischen Zusammenarbeit mit Toni Narado hervorgegangen sind.
Die Fotografien von Roman Gilz werden von Gott Gordan zerschnitten, fragmentiert und in mehreren Schichten neu zusammengesetzt. Die ursprünglichen Bildzusammenhänge lösen sich auf und werden zu vielschichtigen Kompositionen rekonstruiert. Die Fragmentierung kann zugleich als Metapher für eine zerschmetterte Wirklichkeit gelesen werden. Die Arbeiten stehen in der Tradition der Fotomontage, insbesondere jener von John Heartfield.
In ULTRAS ersetzt Toni Narado die Muttergottes aus einer Darstellung von Jan van Eyck. An die Stelle der religiös definierten Mutterfigur tritt eine Frau, die sich ihrer traditionellen Rolle entzieht und ihr Schicksal selbst bestimmt. Der Schriftzug ULTRAS verweist auf diese kompromisslose Haltung.
TRADWIFE greift dagegen die Rückbesinnung auf traditionelle weibliche Rollenbilder auf, die in bestimmten gesellschaftlichen Strömungen als Gegenentwurf zu feministischen und LGBTQ-emanzipatorischen Entwicklungen propagiert wird. Die Arbeit überzeichnet diese Haltung und macht ihre Widersprüche sichtbar.
ULTRAS – GOTT&GILZ
2025 · Analoge Fotocollagen
120 × 80 cm
Erstpräsentation: DNA Art House, Berlin-Kreuzberg, Februar 2025