Tja – wir wären soweit. Wirklich.
Leider ist unser Tempo nicht überall Standard, deshalb hängen die F.O.T.Z.E.N. gerade noch charmant bei DCV Books fest und machen… nennen wir es: eine kreative Pause.
Aber keine Sorge: GOTT&GILZ haben in der Zwischenzeit weder geschlafen noch auf bessere Zeiten gehofft – wir haben einfach weitergemacht.
Hier ist: WIX MAX.
Gemeinsam mit sieben Content Creatorinnen und mit Support von Kunst & Kante (Hamburg) ist eine neue Serie entstanden:
Power Portraits. Direkt. Unangenehm gut.
Mehr dazu auf unserer Webseite.
Und ja – wir freuen uns über jede Bestellung unseres kleinen pXXy-Booklets, während wir weiterhin geduldig (also fast) auf die F.O.T.Z.E.N. warten.
Ein Booklet. Ein Schnitt. Ein Riss.
Dekonstruktion. Atomisierung.
Kinderspiel? Eher russisches Roulette.
MIX MAX war der Kindergeburtstag.
WIX MAX ist der Moment danach. Tempo 300. Kein Rückwärtsgang.
Sieben Körper. Sieben Haltungen.
OnlyFans Creatorinnen – ja.
Aber sicher nicht reduziert. Sicher nicht konsumierbar.
Hier holen sie sich zurück, was man ihnen sonst nimmt.
Der weibliche Akt ist eine Konstante der Kunstgeschichte, an der wir den Wandel von Darstellungsformen und das Schlingern der Moral ablesen können. Manche Akte landen zunächst in der Schmuddelecke, einige Jahre später sind sie dann schön und schicklich und werden in heiligen Hallen gezeigt (andersrum ist auch möglich). GOTT&GILZ reihen sich mit ihren Foto-Malereien in diese lange Tradition der Darstellung nackter Frauen durch Männer ein – Stichwort „male gaze“ – und machen das mit ihren Verweisen auf Klimt, Schiele, Pollock u. a. auch noch explizit. Das führt bei manchen zu reflexhafter Empörung. Die Anmaßung besteht bei GOTT&GILZ jedoch anders als bei den besagten kunsthistorischen Referenzen nicht im Bruch mit tradierten Darstellungsformen, sondern eben im Zitieren derselben: die Vergangenheit als Affront. Die Frauen auf den Bildern, aber auch die Künstler selbst stellen ihr Begehren souverän zur Schau und stoßen uns so scham- und schonungslos auf die Verfasstheit unserer in der Geschichte ankernden Gesellschaft und Psyche.
Freiheit ist das Schlüsselwort im Œuvre von GOTT&GILZ: die Freiheit, authentisch zu sein und sich ohne Scham auszudrücken. Ihr subtil provokatives Spiel mit ästhetischen Konventionen und Tabus bereichert nicht nur die Kunstszene, sondern entfacht auch wichtige Diskussionen über Geschlechterrollen, Körperbilder und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung.
Indem sie sich nackt machen, führen sie uns vor, wie wir sind, anstatt uns zu zeigen, wie wir (angeblich) sein sollten. Was für eine Provokation!